Das Museum auf der Spitze

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Skandinavien-Reisende wählen häufig die Vogelfluglinie zur Anreise in den Norden. Sie führt über die Fehmarnsund Brücke nach Putgarden und dann weiter mit einer der Autofähren nach Rödby Havn.

Nicht weit von hier, etwas südöstlich, liegt der Fährhafen Gedser und die südlichste Spitze Dänemarks: Gedser Odde. Diese Ecke ist einen Abstecher wert. 

 

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Abbildung 1: Blick von der Küste Gedser Odde nach Westen

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Abbildung 2: Blick von Gedser Odde nach Osten. Eingeblendet einige Galerites vulgaris, die man mit Glück hier finden kann.

 

Man kann an der Küste entlang wandern und dort nach Fossilien Ausschau halten und vor allem sollte man das sehenswerte kleine Lokalmuseum „Das Museum auf der Spitze“ besuchen. 

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Abbildung 3: Das Museum heißt auch "det sorte Museum", weil die Ausstellungsräume schwarz gestrichen sind und somit den Eindruck erwecken sollen, dass man sich in einer Höhle, bzw. dem Erdinneren befindet, wo die Fossilien abgelagert sind.

 

Dieses Museum wurde von Palle Gravesen, unterstützt von seiner Frau Dorthe Freitag, in seiner jetzigen Form gestaltet und zeigt weit mehr als nur lokale Funde.

Im Raum mit lokalen Funden kann man drei Kategorien bewundern:

1. Die Bernsteinsammlung, mit sehr interessanten Stücken, die alle im Laufe von Jahren hier an der Spitze gefunden wurden.

2. Funde aus dem Geschiebe, das durch die Eiszeit hierher getragen wurde und

3. Fossilien, die aus den Kreideschollen des kleinen Kliffs herauswittern.

 

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Abbildung 4: Bernstein von der Spitze Gedser Odde, z.T. mit Inklusen

 

Bei den Geschiebefunden ist besonders ein ungewöhnlich großer Block aus dem Jura zu erwähnen, der seinesgleichen sucht.

Herausragend bei den ausgestellten Fossilien ist ebenso ein Nautilus in Feuerstein-Erhaltung, wie sie extrem selten vorkommen und der beinahe ein Danekrä geworden wäre. Aber auch besondere Seeigel wie 4- und 6-Strahler fehlen nicht.

Hat man den Raum mit der lokalen Sammlung angesehen, ist man überrascht, dass es noch einen weiteren, größeren Raum gibt, in welchem die Entwicklung des Lebens vom Präkambrium bis heute in 20 Vitrinen präsentiert wird.

Gehen Sie auf Entdeckungsreise – es macht Freude, die gut beleuchteten und sorgfältig beschrifteten (auch in Deutsch) Vitrinen der Reihe nach zu studieren. 

 

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Abbildungen 5 bis 10: Eine Auswahl der ausgestellten Stücke

 

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Abbildung 11 : Der vielleicht größte Stern-Almandin der Welt repräsentiert die Mineralien in hervorragender Weise.

 

Nicht versäumen sollte man den Raum mit den wechselnden Sonderausstellungen, in dem auch besonders Kinder angesprochen werden.

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Abbildung 12: “Hühnergötter“ und andere Feuersteine

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Abbildungen 13 und 14: Feuerstein-Werkzeuge aus der Steinzeit

 

Alles ist sehr familienfreundlich. Neben den Ausstellungsräumen laden innen und außen Tische ein, das mitgebrachte Lunchpaket auszupacken und seinen Kaffee zu trinken. 

Das Museum ist in den Sommermonaten und in den Ferien geöffnet. Genaue Informationen über die Öffnungszeiten und das Museum finden Sie unter www.detsortegeomuseum.dk.

In diesem Jahr gibt es eine Sonderausstellung über Tintenfische.

Fotos: Rainer Friedhoff

 

   
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